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Fit für Sprachen Aus: Die Welt / von Regina Köhler
Die Drittklässler sind Schüler der Berlin International School (BIS), dem deutsch-englischen Zug der privaten Kant-Schule. Englisch ist seit Schulbeginn ihre zweite Umgangssprache. "Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Italienisch kommen bei uns in der dritten bzw. fünften Klasse hinzu", berichtet Schulleiterin Peggy Bleyberg-Shor. Neben der exzellenten Ausbildung werden an der BIS Tugenden wie Nachdenklichkeit, Respekt, kritisches Denken und Fürsorge vermittelt. "Wir sind bemüht, jedes Kind so zu fördern, wie es für seine Entwicklung am besten ist", formuliert Schulleiterin Bleyberg-Shor das Credo der Schule. Eltern reagieren begeistert auf dieses Angebot und nehmen selbst Schulgeld von 300 bis 700 Euro in Kauf. Die bilinguale Schule, die vor fünfeinhalb Jahren mit 20 Jungen und Mädchen gestartet ist, zählt heute bereits 600 Schüler. Tendenz steigend.
Über mangelnde Nachfrage kann sich auch Steffi Poßner nicht beklagen. Sie ist Leiterin der ersten Berliner BIP-Kreativitäts-Grundschule. Bis ins Jahr 2009 reichen die Anmeldungen für diese kleine Privatschule in Karlshorst, die gerade mal ein Jahr besteht. Zum Pflichtprogramm gehören neben den üblichen Fächern hier Schauspiel, Tanz, Literatur, Computer- und Musikerziehung und künstlerisches Gestalten. Groß geschrieben wird auch die sprachliche Ausbildung. Schon die Erstklässler müssen Englisch und Arabisch lernen, von der zweiten Klasse an kommt Französisch hinzu. "Inzwischen steht alternativ zu Arabisch auch Chinesisch auf unserem Stundenplan", so Poßner. Friedrich Pongratz, Landesvorsitzender Berlin-Brandenburg des Bundesverbandes Deutscher Privatschulen, kann das wachsende Interesse der Eltern an einer guten Sprachausbildung ihrer Kinder nur bestätigen. "Privatschulen sind deshalb so gefragt, weil die Schüler dort in kleineren Gruppen unterrichtet werden. Hoch motivierte Lehrer gehen dabei nach neusten Methoden vor. Das macht sich gerade in der Sprachausbildung besonders bezahlt", betont Pongratz. Das breitere Fremdsprachen-Spektrum, das Privatschulen bieten, tue sein Übriges. Als Leiter der Berliner Akademie für Internationale Bildung, einer privaten Schule, die Schüler nach der mittleren Reife aufnimmt und zum Abitur führt, spricht Friedrich Pongratz aus Erfahrung. Ein besonderes Profil seiner Schule ist der Sprachenunterricht. Der erfolgt durch Muttersprachler oder Lehrer, die die Sprache wie Muttersprachler beherrschen. In Arbeitsgemeinschaften können die Schüler zusätzlich jede erdenkliche gesprochene Sprache, auch Chinesisch oder Griechisch wählen. Voraussetzung ist, dass eine Lerngruppe von mindestens sechs Teilnehmern zusammen kommt. Pongratz kann auch Schulen im Bundesgebiet empfehlen. So haben beispielsweise das Gymnasium Lüneburger Heide in Melbeck, die Europa-Schule Rhein-Main-Schule Dr. Obermayr e.V. in Wiesbaden oder die Oskar-Kämmer-Schule in Braunschweig eine ausgezeichnete Sprachenausbildung anzubieten. "Ohne eine breite Sprachausbildung ist Karriere künftig nicht mehr zu machen", ist Yvonne Wende überzeugt. Die Mutter zweier Kinder ist gerade dabei, in Berlin Mitte eine private bilinguale Grundschule ins Leben zu rufen, die schon im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Englischunterricht wird ab der ersten Klasse stattfinden, das Fremdsprachenangebot nach Bedarf der Schüler um Französisch, Russisch, Spanisch oder Chinesisch erweitert werden. "Staatliche Schulen können sich den stark veränderten gesellschaftlichen Ansprüchen nur langsam anpassen. So lange wollen viele Eltern aber nicht warten", sägt Wende. Die Schulgründerin kann sich schon jetzt vor Nachfragen kaum retten.
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